HGG-Literaturkurs

Theater am Heilig-Geist-Gymnasium

Literaturkurs 2002


[ Stück ] - [ Besetzung ] - [ Fotos ]

Folgende Zeilen schrieben Lotte Feiser und Gerrit Griemens als kurzen Rückblick sowie abschließendes Fazit für den Jahresbericht.

Wir standen mit zitternden Knien auf dem Podest und das gleißende Scheinwerferlicht blendete uns. Immerhin wussten wir, wer da hinten im Dunkel saß und uns argwöhnisch beobachtete: Herr Bonn schien uns genauso zu beäugen wie die angekündigten Profis vom Aachener Stadttheater. Spätestens jetzt wurde jeder nervös. Andere Aspiranten waren schließlich gar nicht erschienen oder mussten ausgerechnet vor ihrem Auftritt "noch mal eben weg".

Kurz: Schon das Casting war eine erste Mutprobe für uns.

Klar, dass jeder, dessen Name zwei Wochen später tatsächlich auf der Liste der Kursteilnehmer im Aushang zu lesen war, sich um so mehr freute, dass sich die Mühen gelohnt hatten. Da standen sie also fest, die 22 Teilnehmer des Literaturkurses 2002.

Und dennoch sollte es noch einige Zeit dauern, bis es dann wirklich losging mit der Schauspielerei. Denn vorerst mussten wir uns mit kleineren Sprechübungen, Sketchen, scheinbar sinnlosen Spielen und Einzelszenen zufrieden geben. Etwas seltsam war das schon: Denn Heiratsanträge mit dem Text "1, 2, 3, 4, 5" stellt man sich im alltäglichen Leben ebenso wenig wie man sich als stummer Angeklagter vor Gericht zu verteidigen sucht. Doch diese Szenen gab es nicht mehr, als Herr Bonn von seiner Studienfahrt nach Frankreich mit einem Stück für uns zurückkehrte. "Kurzschlüsse" sollte es heißen und voller Klamauk stecken. Schon fast ein wenig zu viel Klamauk für den Geschmack unserer Regie, doch weil einige Rollen gewissen Kursteilnehmern wie auf den Leib geschneidert schienen, fand das Stück doch recht schnell volle Akzeptanz in unseren Reihen. Wie die Rollenverteilung letztendlich ausfiel ist unter Besetzung nachzulesen.

Wie viel Spaß uns das einproben dieses Stückes gemacht hat, kann man sich denken. Denn diese Konstellation führte natürlich vor allem bei uns Laienschauspielern zu viel unfreiwilliger Komik. Auch Herr Bonns spontane Schauspieleinlagen hatten es uns angetan. Welcher Lehrer schleicht schin in Lederjacke und im ordinärsten Gassenjargon redend über die Bühne? Dennoch lag natürlich noch viel Arbeit bei auch abendlichen Proben vor uns.

Dass aus einigen Abenden mit viel Lachen ein Theaterstück erwachsen würden, hätten viele von uns bis zuletzt nicht gedacht. Umso erstaunter waren wir, dass unsere erste Aufführung im Space des Aachener Ludwigforums im Rahmen der Schultheatertage am 17. Juni so reibungslos über die Bühne ging. Auch die zwei Aufführungen im PZ und im Pfarrheim St. Lucia zur Eröffnung des Weidener Kultursommers am 17. Juli wurden mit viel Applaus belohnt. Vor allem die durchweg positive Resonanz bei Freunden, Familie, Lehrern und auch in der Presse machte uns stolz. Denn schließlich hatte sich jeder so weit wie möglich in seine Rolle hineinzuversetzen gesucht, dass er auch im Alltag schon fast zu einer multiplen Perönlichkeit geworden war.

Woran mag es liegen, dass es eine handvoll Schüler, die vom Theaterspielen so viel Ahnung hat wie ein Quartaner von Latein, schafft, ein Stück mit durchweg positiver Rückmeldung auf die Beine zu stellen? Natürlich wären hier viele Faktoren zu nennen, doch der schwerwiegendste von allen ist wohl einer:

Unser Willi!

Bleibt ein dickes Dankeschön für ihn und die Empfehlung an alle nachfolgenden Jahrgänge, die Chance wahrzunehmen, den Literaturkurs als Alternative zu Kunst oder Musik zu wählen, um den gleichen Spaß und Erfolg genießen zu können wie wir und unsere Vorgänger!

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